Essen 4
Essen in Essen
- von der Pommesbude zum Gourmet-Tempel
Der Ortsname Essen kommt weder von den einstmals rauchenden Fabrikschloten, noch gibt es einen Zusammenhang mit dem gleich lautenden Begriff für die menschliche Nahrungsaufnahme. Die Wissenschaft führt den Namen vielmehr auf Eschen (also auf die Laubbäume) zurück.
Nichtsdestotrotz wird natürlich auch in Essen gegessen – und zwar auf allerhöchstem Niveau. Für alle Geschmäcker und für jeden Geldbeutel wird das Passende geboten. Die Bandbreite reicht vom einfachen Stehimbiss mit Currywurst und Pommes "rot-weiß" bis hin zum edlen Feinschmeckerlokal mit regionalen und internationalen Spezialitäten. Wer nach einem langen Tag voller Besichtigungen und Rundfahrten ordentlich Hunger verspürt, hat die freie Wahl. Also, 'ran ans Büfett! Denn nicht nur Gourmets und Gourmands werden der Behauptung beipflichten: Auch essen hat etwas mit Kultur zu tun – und in diesem Fall mit echter Ruhrgebietskultur!

- Esskultur in Essen: Currywurst als Kultgericht
Reportage (Radio hr4, 02.01.2010):
(Musik: "Currywurst" von Herbert Grönemeyer)
Gehse inne Stadt,
Wat macht dich da satt?
'Ne Currywurst…
Die Currywurst ist Kult im Ruhrpott – zwar eigentlich in Berlin als Bockwurst erfunden, aber im Revier zur Bratwurst verfeinert. Und kaum irgendwo sonst schmeckt sie so gut wie bei "Xaver" in Essen-Holsterhausen. Beim Wettbewerb eines Fernsehsenders kam der kleine, unscheinbare Stehimbiss auf den zweiten Platz bundesweit. Im Kulturhauptstadtjahr feiert er sein 50-jähriges Jubiläum. Das Erfolgsgeheimnis klingt ganz einfach:

- Vernünftig hergestellt, dann schmeckt's: Currywurst bei "Xaver"
(Musik: "Currywurst" von Herbert Grönemeyer)
Kommse vonne Schicht,
Wat Schönret gibt et nicht
Als wie Currywurst…

- "Besser geht's nicht": Kundschaft steht Schlange
Die Kundschaft steht Schlange, kommt nicht nur aus Essen "Zum Xaver", sondern aus dem ganzen Ruhrgebiet und teils von noch weiter her:
(O-Töne Kunden:)
"Jetzt hab' ich heute sogar meine Schwester aus Kanada dabei und bin extra wegen der Currywurst hier."
"Das is' das Beste, wo's gibt, hier. Egal, was man isst – Currywurst, Hähnchen, Schaschlik, Haxe – besser geht's nicht."

- Am besten gleich zweimal Currywurst: Stehimbiss "Zum Xaver"
(Musik: "Currywurst" von Herbert Grönemeyer)
Mit Pommes dabei,
Ach, dann gebense gleich zweimal Currywurst.

- Currywurstfreie Zone: Schloss Hugenpoet bei Essen-Kettwig
Das Kultgericht Currywurst sucht man im Restaurant "Nero" vergeblich auf der Karte. Der Gourmet-Tempel auf Schloss Hugenpoet steht für Essener Esskultur ganz anderer Art. Seine Kundschaft gelüstet es eher nach exquisiten Delikatessen wie Langusten, erzählt Erika Bergheim. Die Spitzenköchin zaubert erlesene Gaumenfreuden, die auch nebenan im "Hugenpöttchen", dem kleinen Bruder des "Nero", auf den Tisch kommen.

- Erlesene Gaumenfreuden im "Hugenpöttchen"
(O-Ton Erika Bergheim:)
"Wir haben heute Tandoori-Ente in der Empfehlung. Das klingt indisch, das wird aber gemischt mit Knödeln, die mit Brombeeren gefüllt sind, und Mangold gibt es dazu."

- Noble Karossen: Parkplatz vor Schloss Hugenpoet
"Kreative Landhausküche" nennt Erika Bergheim ihre ganz eigene Mischung aus regionalen und exotischen Zutaten. Ihnen verdankt das "Hugenpöttchen" in der alten Remise des Wasserschlosses seinen erstklassigen Ruf. Vor der noblen Kulisse parken Mercedes-Sportcoupés und sogar ein Rolls Royce. Aber der Eindruck täuscht. Die Preise seien fair, betont die Küchenchefin:

- Landhausatmosphäre: Speiseraum im "Hugenpöttchen"
Na, dann guten Appetit. Es muss ja nicht immer Currywurst sein – denn die ist zwar billiger, hat aber auch so ihre Tücken:
(Musik: "Currywurst" von Herbert Grönemeyer)
Auf'm Hemd, auffer Jacke,
Kerl, wat is' dat 'ne K…
Alles voller Currywurst.


